Netbook im Langzeit-Test: Navigation mit dem Nokia Booklet 3G
Beim Nokia Booklet 3G hatte ich mich auf eines total gefreut: Die GPS-Funktion und mobilen Navigationsmöglichkeiten. Die waren aber dann leider doch nicht so phantastisch, wie gedacht. “Toll!!!” dachte ich, als ich las, dass das Nokia Booklet 3G auch eine GPS-Funktion hat. Auch wenn ich das GPS auf einem Netbook zunächst etwas sinnlos fand: Schließlich hat man das nichtmal eben so schnell aufgeklappt wie ein Handy, um seinen aktuellen Standort zu bestimmen. Aber ich fande dieses Feature, um ehrlich zu sein, besser als nichts.Vielleicht verfahre ich mich ja mal unterwegs mit dem Zug und habe Zeit, das Netbook aufzuklappen und nachzuschauen.
Doch die Freude währte nicht lange. Das erste Manko war nämlich, das für die Navigation keinerlei Karten mitgeliefert wurden. Auch nicht zum Nachinstallieren. Und das, obwohl man mit der etwas nervigen Ovi-Suite allerlei Kram, pardon, natürlich Apps, nachinstallieren kann. Auch ein Ovi-Maps-Gadget!
Wo sind die Ovi-Maps?
Jedoch, der grandios Witz folgt sofort: Das Ovi-Maps-Gadget enthält gar keine Karten, es dient lediglich dazu, eine direkte Verbindung zu den Online liegenden Ovi-Karten herzustellen. Und auch sonst habe ich keine Möglichkeit gefunden, die Karten, die sonst für Nokia-Handys und damit das Symbian-Betriebssystem gedacht sind, offline auf dem mit Windows betriebenen Netbook zu nutzen.
Zwar gibt es auf Seite 11 im Handbuch (das ja bekanntlich nur ein kleines Heftchen ist) einen Abschnitt über Ovi-Karten, der auch vollmundig beginnt: “Mit dem Internetdienst Ovi-Karten können Sie von überalle auf der Welt…blabla…” und es geht weiter: “Wenn das Programm Karten 3.0 in Nokia Booklet 3G installiert ist, können Sie Orte, Sammlungen und Routen zwischen Ovi-Karten und dem Gerät synchronisieren” – aber erst nach 3! Anfrufen bei der Nokia-Hotline, die nötig waren weil die Mitarbeiter es auch nicht wussten, erklärte man mir, dass damit eben nicht die Ovi-Karten auf dem Nokia-Netbook sondern auf einem seperaten Handy gemeint sind.
Es mag logisch erscheinen, dass eine Software für Symbian nicht auf Windows funktioniert – da Netbook und Handys jedoch vom gleichen Hersteller sind, hätte ich da etwas erwartet, um das wirklich geniale Feature auch auf dem Netbook zum Laufen zu bringen.
Was ist an den Nokia-Karten so geil?
Kleiner Exkurs: Um das Ausmaß der Enttäuschung, das mich bei dieser Erkenntnis überkam, nachzuempfinden, muss man folgendes wissen: Die Karten von Nokia sind zwar nicht die besten (ich habe sie letztes Jahr mal auf einem Windows-Mobile-6.0-Gerät getestet), aber doch, soweit ich das sehe, die einfachste und praktikabelste Möglichkeit, Kartenmaterial, und zwar das der ganzen Welt, offline im Internet herunterzuladen und auf das Handy zu spielen.
Das ist für all diejenigen sinnvoll, die, allen Bemühungen der Handy-Netz-Betreiber zum Trotz, noch immer keine mobile Datenflatrate haben. Und es ist auch dann nützlich, wenn die Flatrate, wie das im Test mal öfter vorkam, nicht verfügbar ist – z.B. in entlegenen Gebieten. Da ich gerne wandern gehe und kürzlich vom Rhein an die Spree gezogen bin (das war auch der Grund für die lange Sendepause bei dieser Testreihe, sorry), habe ich mich ziemlich ausführlich mit mobilen Navigationsmöglichkeiten auseinandergesetzt.
Ergebnis: Will man Karten kostenlos und offline auf seinem Handy speichern, gibt es nahezu nichts besseres als Nokia Maps. Zwar gibt es diverse Programme, mit denen sich z.B. Google Maps auf offline verfügbar machen lässt und daneben ungezählte Programme des Open Street Map Projektes, allerdings muss man dafür das Kartenmaterial in sehr kleinen Ausschnitten erst umständlich herunterladen. Und natürlich gibt es auch für Windows und damit das Netbook diese Möglichkeit – aber der Kartendownload ist mir einfach zu umständlich. Mal davon abgesehen, dass die meisten dieser Programme ohne GPS nicht richtig funktionieren.
Die Enttäuschung beim GPS folgt auf dem Fuß
Nun könnte man sich freuen, da das Nokia Booklet ja eine GPS-Funktion hat. Aber weit gefehlt: GPS funktioniert nur, wenn die SIM-Card und damit die Internetverbindung aktiviert ist. Auch das verrät uns wieder das sogenannte Handbuch auf Seite 10: “Das Gerät unterstützt A-GPS. Mit A-GPS empfängt das Gerät pber das Mobilfunknetz nützliche Sateliteninformationen…”
Aha… soweit so schön… aber dann steht da auch: “Wenn Sie ein Programm aktivieren, das Positionsinformationen nutzt, muss zur Aktivierung von A-GPS eine 3G-Netzverbindung aktiv sein.”
Genial. Im Klartext: GPS funktioniert nur, wenn man ohnehin online ist. Wahrscheinlich hat sich mir der besondere Sinn von GPS noch nicht erschlossen, aber: Da dann auch eine Standortbestimmung mit Google Maps möglich ist, frage ich mich: Wozu noch GPS beim Nokia Booklet? Weil es gut klingt? M.E. ist es einfach nur ein ziemlich überflüssiges Gimick!
Fazit
Eine gescheite moblie Navigationslösung gibt es auch hier nicht. Jedenfalls nicht, wenn man wie ich nicht immer online sein will oder kann.

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Ich kann mich Ihrer Meinung nur anschließen! Das Nokia Booklet habe ich mir ebenfalls aufgrund der vielen verschiedenen Funktionen gekauft und ich bin maßlos enttäuscht. Wenn die Navigation problemlos funktionieren würde, wäre ich auch bereit gewesen, Geld dafür zu bezahlen. Stattdessen bekommt man halbgare Lösungen, welche sich in der Praxis überhaupt nicht einsetzen lassen.