Palm Pre – Die ersten Tage

Von Rakaniaz via http://www.nerdclub.de am 20. März 2010

Sigma SD14 ISO1600 - mixed lighting
Creative Commons License photo credit: Jon Winters

Die ersten Tage sind rum und ich habe mir einen sehr guten Eindruck vom Palm Pre machen können. Ich sollte dazu sagen das ich schon einen iPod touch besitze, welcher quasi ein iPhone ohne Telefon ist und damit ein Vergleich nicht ausbleibt.

Die Ankunft des Palm Pre und erste Schritte

Das Palm Pre kam am Donnerstag vormittag bei mir an und wurde natürlich gleich in Betrieb genommen. Das erste Problem war es den Akkudeckel abzubekommen. Wenn man keine Fingernägel hat, wie ich, ist man so gut wie verloren. Um den Akkudeckel zu öffnen muss man nämlich die gleiche Taste am unteren Teil des Smartphones drücken und mit den Fingernägeln zwischen den Spalt entlang den Deckel aufhebeln. Wäre meine Freundin nicht dagewesen wäre ich vermutlich jetzt noch dabei den Akkudeckel aufzuhebeln.

Das entfernen des Akkus und das einlegen der SIM-Karte war dagegen kein Problem und den Akkudeckel schließen war im Gegensatz zum öffnen auch sehr einfach.

Der erste Start

Nach dem ersten Start (der Boot dauert gut 3-4 Minuten) bekommt man erste Anweisungen zur Bedienung des Smartphones angezeigt. Quasi ein Smartphone-Tutorial-Level. Das ist für Leute die noch nie einen Touchscreen bedient haben sicher eine nette Sache und gut gelöst. Direkt danach wird ein “Palm Profil” erstellt das anscheinend dazu da ist die Kontakte, Kalender und geladenen Apps aus dem App Catalogue (später dazu mehr) auf dem Palm Server zu sichern und bei einer Neuinstallation (dazu ebenfalls später mehr) automatisch wieder herzustellen.

webOS

webOS, das Betriebssystem des Palm Pre, fühlt sich nicht unbedingt schlecht an ist aber dennoch ein wenig gewöhnungsbedürftig. Die Aufmachung z.B. die ganzen runden Ecken sind Geschmackssache. Mir persönlich gefallen Sie nicht, alles wirkt ein wenig zu weich und gezwungen. Ich tippe das liegt ähnlich wie beim iPhone am SDK – zumindest sehen sich viele Apps sehr ähnlich und die “Rundungen” ziehen sich durch das ganze Betriebssystem. Gefühlt laden einige Apps länger als Sie sollten was dank Multitasking aber nicht unbedingt ein Problem darstellt, da einmal geöffnete Anwendungen problemlos im Huntergrund weiterlaufen. Wie sehr sich das auf den Akku auswirkt habe ich noch nicht feststellen können, aber ich werde es beobachten. Das Startmenü finde ich ein wenig unübersichtlich und statt 3 Icons pro Reihe hätte man auch locker 4 unterbringen können. Dies lässt sich mit inoffizieller Software lösen, aber darum solls in einem anderem Beitrag gehen. Das Anzeigen von Benachrichtigungen im unteren Teil des Displays ist sehr gut gelöst. Ein Tap auf das Icon öffnet eine Vorschau der Nachricht, ein weiterer Tap öffnet das App.

Das Smartphone

Das Palm Pre ist schick, das muss man zugeben. Natürlich ist es auch sehr abgerundet (was das Aussehen des OS erklärt) und hat im geschlossenen Zustand keine Ecken und Kanten. Unter dem Touchscreen befindet sich ein Button zum wechseln der Programme und eine Touchfläche die Gesten erkennt (z.B. das bewegen des Finger von rechts nach links = ein Schritt/Menü zurück). Eigentlich eine nette Idee, am Anfang sucht man als Apple-User allerdings immer die Schaltfläche für “zurück” auf dem Screen. Aber das schiebe ich mal auf die Macht der Gewohnheit. An der linken Seite befinden sich die Laustärketaste die gut zu bedienen sind. An der Oberseite befindet sich ein Schieberegler um schnell zwischen lautlos/laut umschalten zu können sowie der Power-Button (der auch gleichzeitig Sleep-Button ist). An der rechten Seite befindet sich der USB-Anschluß zum laden und Dateien übertragen, der mit einer Schutzabdeckung ausgestattet ist die bündig abschließt. Ohne Fingernägel ist auch das etwas tricky, aber bei aufgeschobenem Slider bekommt man es einigermaßen gut auf.

Die Tastatur

Palm Pre Contrast
Creative Commons License
photo credit: mbiebusch

Das größte Sorgenkind des Pre ist meiner Meinung nach die winzige “Daumentastatur”. Ich habe in den letzten Tagen von vielen weiblichen Pre-Nutzern gehört das Sie diese Tastatur lieben. Von den Männern kamen fast ausschließlich Beschwerden – da muss ich mich leider anschließen.

Die Tastatur des Pre ist wirklich ziemlich winzig und die Tasten liegen nah beieinander. Ich habe die Tastatur im täglichen Leben getestet und ein paar Tweets aus der Bahn geschrieben und muss gestehen das ich am Anfang arge Probleme hatte die Tasten zu treffen. Nach dem ich mich die letzten Stunden aber gezwungen habe die Tastatur zu benutzen gehts, dank gutem Druckpunkt der Tasten, schon um einiges besser – auf Dauer ist die Tastatur allerdings nicht zu benutzen, da ich durch die ziemlich unnatürliche Haltung schnell Schmerzen in den Daumen bekommen habe. Ich glaube längere Texte unterwegs zu tippen endet schnell in einer Sehnenscheidenentzündung. Eher schlecht wenn man von unterwegs eine E-Mail beantworten muss.

Die Anordnung der Tastatur ist das QWERTZ-Layout. Man findet sich also schnell zurecht, dagegen kann man nichts sagen. Einzig Sonderzeichen und Ziffern sind etwas umständlich zu erreichen (jeweils eine Taste drücken und die andere auf der Tastatur oder aus einer Onscreen-Liste auswählen). Auch das einfügen von Umlauten fordert viel Fingerspitzengefühl (da man entweder 3 Tasten nacheinander drücken muss oder zwei gleichzeitig). Das alles macht das tippen mit dem Palm Pre nicht einfacher.

Google ist everywhere

Das Betriebssystem vom Pre heisst nicht umsonst webOS. Dinge wie Kalender, Kontakte, Mail lassen sich alle per Google synchronisieren, aber natürlich auch mit jeder anderen Art von Exchange-Server. In meinem Test war es relativ schwierig die Kontakte aufs Pre zu bekommen. Da mag die mangelhafte Mac OS X -Unterstützung nicht ganz unschuldig sein. Der Rest (Mail, Kalender etc.) ging einfach von der Hand.

App Catalog

Der App Catalog ist quasi der AppStore von Palm und vorallem in Deutschland noch relativ überschaubar. Im deutschen App Catalog gibts bisher ausschließlich kostenlose Programme, dies wird sich allerdings zum März hin ändern, da startet nämlich der “richtige App-Catalog” in Deutschland. Mit kostenpflichtigen Apps und dadurch mehr Auswahl. Einige Programme sind für unterwegs sehr sinnvoll wie z.B. TweeFree (twitter-Client), Bahnfahren (Fahrpläne abrufen), wetter.com, Feeds Free (Feedreader der mit dem Google Reader synced), RadioTime (Online-Radio), Flickr Uploader (Fotos vom Pre auf twitter hochladen), facebook, Leo Dictionary (Übersetzung), billiger.de (Preise vergleichen), Bank-o-Mat (Bankautomaten in der Umgebung finden) und Wapedia (Wikipedia). Einzig ein Client zum mobilen bloggen ist mir bisher nicht untergekommen.

Das war erstemal mein erster Eindruck vom Palm Pre. In folgenden Artikeln werde ich mich mit der Synchronisation unter Mac OS X beschäftigen, nochmal einen Überblick in bewegten Bildern liefern und auf “inoffizielle Programme” und Patches eingehen. Wenn Ihr noch Fragen zum Palm Pre habt könnt Ihr diese gerne in den Kommentaren stellen, ich werde Sie dann möglichst zeitnah beantworten (je nach Komplexität als Antwort auf den Kommentar oder als eigenständigen Beitrag).





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