Android – Exchange Server Anbindung mit dem HTC Desire

Von Sebastian via http://webandroid.de am 6. Mai 2010

Exchange Anbindung ab Werk möglich – ohne extra App

Das HTC Desire bietet ab Werk die Möglichkeit eine Anbindung an einen Microsoft Exchange Server zu vollziehen. Das heißt ohne eine zusätzliche Applikation können Mails, Kontakte und Kalenderdaten synchronisiert werden. Bei vielen anderen Android Geräten müssen erst entsprechende Apps installiert werden, die zudem kostenpflichtig sind.

Im Prinzip lief die Einrichtung ohne größere Probleme ab. Je nach Exchange Server, muss man evtl. sogar nur seine E-Mail Adresse und Passwort eingeben. Sollte es dann nicht auf Anhieb mit der Synchronisierung klappen, steht immer noch das Menü “Manuelle Einrichtung” zur Verfügung. Hier kann zusätzlich die genaue Serveradresse eingegeben und die SSL Verbindung aktiviert werden. Letztere Einstellung brachte bei mir den Durchbruch bei der erstmaligen Synchronisierung. Seit dem läuft es blendend.

Einstellung für den Exchange Server Screenshot HTC Desire

Daten für die Synchronisierung mit dem Exchange Server eingeben

Spitzenzeiten festlegbar

Ein Feature, welches mir gleich zu Beginn gefallen hat, war die Einstellung für den Zeitplan des Mailabrufs. So hat man die Möglichkeit Spitzenzeiten festzulegen. Bestimmte Tage der Woche, sowie eine Uhrzeit für Anfang und Ende der Spitzenzeit unter dem jeweiligen Tag, lassen sich somit als “Spitzenzeit” definieren. Anschließend kann die Frequenz der Synchronisierung eingestellt werden. So könnte z. B. während der Spitzenzeit die Pushfunktion aktiviert werden. Sobald eine neue Mail eingeht, landet sie direkt auch auf dem HTC Desire. Für die Nebenzeit kann man entsprechend zum Beispiel einen manuellen Abruf der Mails festlegen.

Festlegung von Spitzenzeiten Screenshot

Festlegung von Spitzenzeiten für den Mailabruf

Jeder der im Feierabend also nicht mehr von ständig neu eingehenden E-Mails belästigt werden will, kann mit dem HTC Desire automatisch Abhilfe schaffen. Ab einer gewissen Uhrzeit werden Mails entweder nur noch manuell abgerufen oder in einem längeren Intervall. Ab Start der neuen Spitzenzeit, z. B. am nächsten Morgen, werden die E-Mails wieder gepusht. Ich finde diese Funktion wirklich sehr praktisch. Bei einem BlackBerry habe ich solch eine Funktion noch nicht entdeckt. Vorteil Desire.

Generell muss ich sagen, dass ich bisher alle geschäftlichen E-Mails mit einem BlackBerry in den letzten Jahren empfangen habe. Während der kommenden Wochen mit dem HTC Desire Testgerät, welches freundlicherweise durch eine Aktion von flexiblesbuero.com von O2 Business bereitgestellt wurde, möchte ich nun testen, ob das Android Smartphone meinen BlackBerry überflüssig machen kann.

Gerade für Business Kunden, die alle Mails per Push empfangen wollen, war und ist der BlackBerry oft die erste Wahl. Ich bin überzeugt, dass in diesem Segment auch ein Android Handy, wie das HTC Desire, in Zukunft an Marktanteil hinzugewinnen kann. Die Anbindung ist einfach und die Features ebenso spontan überzeugend. In späteren Berichten gehe ich konsequent vor allem auf die Business Eigenschaften des Gerätes ein. Ein Vergleich mit dem BlackBerry finde ich hier sehr interessant. Mal sehen ob dieses Smartphone nur für den “Fancy Stuff” – wie der Amerikaner sagt – taugt oder es eben auch eine Businessmaschine wie den BlackBerry ablösen kann.

Kontakte und Kalendereinträge

Zurück zum Thema der Synchronisierung von Daten mit dem Exchange Server durch das HTC Desire. Falls man mit dem Smartphone mehrere Mail Konten synchronisiert, so dürften viele Android Nutzer eine Google Konto besitzen, werden die Daten zusammengefasst in “Kontakte” oder “Kalender” angezeigt. Im Kalender werden Termine von allen angelegten Konten dargestellt, dabei werden sie farblich unterschieden und mit einem Klick auf den Eintrag sieht man, von welchem Konto der Termin stammt. Sollten sich Daten überschneiden, was sicherlich durchaus bei den Kontakten passieren könnte, werden diese Überschneidungen erkannt und verknüpft. Somit entstehen keine Duplikate in den Kontakten. Jede Person erscheint auch wirklich nur einmal. Das hat hervorragend funktioniert. Das Smartphone zeigt sich hier recht ausgereift.

Die gleiche Funktion gilt analog für Kalendereinträge.

Somit ist der erste Schritt des Tests für die Exchange Funktionen getätigt.  Der Grundstein, nämlich die grundsätzliche Funktionalität von ActiveSync, läuft. In den nächsten Tagen kann somit fleißig mit dem HTC Desire gearbeitet werden. Sollten mir negative Dinge auffallen, werde ich natürlich darüber auch entsprechend berichten. Sicherlich läuft nicht immer alles problemlos.

Wie sind eure Erfahrung mit der Exchange Synchronisierung mit Hilfe von Android Smartphones? Seid ihr schon von einem BlackBerry auf ein Android Gerät umgestiegen, speziell für die Kommunikation im geschäftlichen Bereich?




2 Kommentare to “Android – Exchange Server Anbindung mit dem HTC Desire”

  1. Johannes sagt:

    Hallo, danke für den Bericht! Habe nur eine Frage, ich muss leider für meinen Job mit zwei unterschiedlichen Exchange-Servern arbeiten. Deswegen interessiert mich ob die Möglichkeit besteht mit zwei Servern zu syncen?

    Gruß J.

  2. Nöck sagt:

    Hi,

    ich hätte da ein paar negative Punkte anzumerken:

    - Kontakte werden nur one way synchronisiert, so werden zumindest bei mir lediglich die Kontakte vom Exchange auf das Desire, nicht aber auf dem Desire angelegte Kontakte auf den Exchange synchronisiert

    - die Kontaktverknüpfung hält zwar die Liste der Kontakte kurz, mehr aber macht sie auch nicht: eine intelligent gemerged’te Darstellung des Kontaktes an sich würde ich hier erwarten; ich habe Kontakte aus dem Google-Konto, dem Exchange und facebook, teils liegen die gleichen Informationen in allen drei Quellen vor und werden dann auch dreifach im Kontakt angezeigt

    - obgleich Android 2.1 grundsätzlich mehrere Exchange Konten unterstützen könnte, wurde beim Desire die Unterstützung auf nur ein Exchange Konto beschränkt – doof, denn ich habe sowohl geschäftlich als auch privat ein Exchange Mail Konto

    Nichtsdestotrotz hütet mein Firmen Blackberry nur noch die Schreibtischschublade.

    Gruß,
    Nöck

Kommentar hinterlassen

Internet Browser für Android
HTC Desire Unboxing